Vincent´s Blog: Home Run Dinner

Als Teil der Fachschaft kann man schnell in eine Filterblase kommen und den Blick von außen auf unsere Arbeit verlieren. Daher freut es uns umso mehr, dass Vincent hier seine eigene Plattform bekommt, um seine Sichtweise zu veröffentlichen. Hier ist Vincents Bericht zum vergangenen Home Run Dinner - Special Ingredients Edition:

Ricotta, Ricotta!- Es(s)kalation eines langen Herbstabends
 
Dienstag, 10.10.2017, 18:00
 
„Ricotta- wir brauchen noch Ricotta. Und noch Muschelnudeln, aber die großen“, sprudelt es aus dem Mund meines Mitbewohners Felix. Wir befinden uns zu zweit in den Tiefen des Kaufhofes am Paradeplatz- letzte Ausfahrt Feinkostabteilung sozusagen. Hintergrund des Kaufwirrwarrs ist ein ganz einfacher, vielleicht auch ein etwas komplizierterer, wie sich die Dinge so zu entwickeln scheinen. Zum Running Dinner hatten wir unsere WG angemeldet, unsere Stimmung positiv, noch positiv. Wir, das sind Dominik (21), Felix (21) und ich Vincent (19)- allesamt Drittsemester, allesamt MKW-Studenten. Veranstalter war die MKW-Fachbereichsvertretung, der Facebook-Aufruf schnell geteilt, die Übereinstimmung zur Teilnahme in unserer WG da. „Das wird bestimmt lustig, mal was anderes“, kommentierte Dominik meine Anmeldungsmail an die Fachschaft, Felix nickte zustimmend- soweit so gut. Running Dinner? Ja, man wird mit seinem Team entweder zur Zubereitung der Vorspeise, des Hauptgangs oder des Desserts verdonnert. Für seinen Gang empfängt man andere Teams bei sich, die restlichen zwei Gänge darf man bei verschiedenen Gastgebern verleben. Ob man wirklich rennt, wie es der Name verspricht, hängt von der Entscheidungskraft der Fachschaftsorganisation zusammen, die einem die zwei fremden Speiselokalitäten zuordnet.
Da standen also Felix und ich im Kaufhof, genauer in der Feinkostabteilung, und mussten einen Hauptgang mit Ricotta für den nächsten Abend einkaufen. Warum Ricotta? Ganz einfach, das waren die Spielregeln des jetzigen Dinners Special Ingredients- wir bekamen Ricotta als zu verwendende Zutat zugelost, nicht die schlechteste Zutat. Plangericht: Mit Ricotta und Erbsen gefüllte große (!) Muschelnudeln. Die werden wiederum mit einer Tomatensoße und Käse überbacken- klingt nach Möchtegern-Italienisch, ist es auch. Nach langer Suche und Durchstreifen sämtlicher Feinkostläden fanden wir endlich die benötigten Zutaten- es konnte losgehen!
 
 
Mittwoch, 11.10.2017, 19:00
 
1.Bild  

Vorspeise bei uns ums Eck klingt doch gut. Schließlich durften wir zur Vorspeise zum Team Haar in der Suppe in unserer geliebten Neckarstadt bleiben. Sogar in unserer Straße, nur zehn Minuten Fußweg von unserer Heimstätte entfernt. Wir hatten keine Ahnung, was oder wer uns besser gesagt dort erwartet aber wir wurden nicht enttäuscht. Und jetzt gings erst so richtig los. Die zwei Gastgeberinnen Fabienne und Eva hatten den drei Stockwerke andauernden Aufstieg zu ihrer schnuckligen WG mit Jägermeister-Shots gepflastert. Da greift man natürlich gerne zu. Leicht beschwipst und nach Luft ringend betrat ich die Wohnung. Das andere Team traf kurze Zeit später und schon war die Vorspeise auf dem Tisch- eine leckere Pastinaken-Suppe mit selbstgemachtem Brot... ein Haufen Arbeit, aber sie hat sich definitiv ausgezahlt. Im Nu war der letzte Rest der Suppe auf den letzten Teller verteilt. Wein floss in Strömen und lockerte unsere Zungen. Gegen 19:45 begannen wir drei Jungs zu schwitzen und nervös auf die Uhr zu schauen. Denn: Für 20:30 war der Hauptgang bei uns terminiert und wir mussten noch eine ganze Menge vorbereiten. „Das wird gleich richtig geil“, dachte ich ironisch, mit Sorge auf mögliche Verzögerungen unserer Ricotta-Nudeln und bereits halb verhungerten Gästen. Wir löffelten aus, bedankten uns für den super Einstieg in den Abend und empfahlen uns mit dem anderen Gästeteam.
 
20:20
 
Lecker Suppe gehabt, Wein gesüppelt und ab die zehn Minuten in Richtung Schokoladengeruch zu unserer Wohnung. So oder so ähnlich könnte man die Situation nach der Vorspeise beschreiben. Auf dem Weg aus der Wohnung von Haar in der Suppe waren wieder kleine Shots im Treppenhaus verteilt. Also gut und ‚Prost’. In unserer Wohnung angekommen brach erstmal etwas Panik aus. Die Longstreetboys – der erschreckend kreative Name unseres Teams (danke an Felix an der Stelle) – mussten jetzt liefern. Etwas hektisch wurden die Nudeln vorgekocht, schweißtriefend der Tisch gedeckt und haarsträubend der Eingangsbereich unserer WG freigeräumt. Darauf erstmal einen Schnaps. Prost!
 
20:30

2.Bild
 
Zack! Da ließ uns drei der Ton unserer Klingel erschaudern. Das erste Gästeteam- natürlich überpünktlich. Die leise Hoffnung auf eine etwaige Verspätung der Gäste und einen kleineren Zeitvorsprung fürs Kochen war nun keine mehr. Geistesgegenwärtig verteilten wir in Sekundenbruchteilen die folgenden Aufgaben: Dominik und Felix sind fürs Essen verantwortlich, ich für die Gäste. Und schon kamen sie unsere ebenfalls im dritten Stock befindliche Wohnung hochgeschnauft. Ein Zweier-Mädels-Team („Mädels, geil!“, ertönte es aus der Küche als weibliche Stimmen aus dem Treppenhaus emporstiegen) waren unsere ersten Besucher, später kam noch ein gemischtes Dreierteam (ah, Jungs gibt’s auch noch) hinzu. Wir waren nun also kuschlige acht Leute in unserer Wohnung, das erforderte etwas logistisches Geschick, wurde aber mit aller Souveränität gemeistert. Ja, was soll ich nur sagen…unsere gefüllten Ricotta-Nudeln waren der Hit schlechthin. Dazu gab es passenderweise Weißwein vom untersten Rewe-Regal, egal! 
 
23:00
 
Zum Schluss dieses kulinarischen Feuerwerks wurde der gute Kräuterschnaps von seinem staubigen Dasein befreit und in die acht durstigen Kehlen der anwesenden Feinschmecker gespült. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Locker-leicht verpassten wir die Frist für das Dessert um knappe 75 Minuten. Der etwas „mutig“ gemischte Gin-Tonic (Probz an Dominik) als Verabschiedungs-Aperitif. entfaltete seine umfassende Wirkung doch relativ schnell, sodass ich mich erstmal kurz von den sieben anderen verabschieden musste, nur um kurze Zeit später mein umjubeltes Comeback zu geben. „Okay, wir müssen so langsam weiter“ gab man übereinstimmend zu Protokoll. Die Verabschiedung fiel schwer, denn schließlich war man in den vergangenen zweieinhalb Stunden zu einer untrennbaren Einheit zusammengewachsen, hatte viel gelacht und noch mehr gesoffen. Herrlich.
 
Donnerstag, 12.10.2017 0:30

3.Bild
 
Mit der letzten Straßenbahn in die Schwetzingerstadt zum Dessert. Das hört sich komisch an, entspricht aber Wahrheit. Nicht unerwähnt bleiben darf hierbei unser fulminanter Sprint zur letzten Straßenbahn. Wein- Schnaps- und Gin-beseelt torkelten wir in Richtung Alter Feuerwache als die Straßenbahn 150 Meter vor unserem Erreichen in die Haltestelle einfuhr. „Bitte nicht“, dachte ich, doch da spurteten die anderen zwei schon los. Mein Magen umdrehte sich fünf Mal, die Ricottanudeln erlebten ihren zweiten Frühling, aber wir schafften es. Nach Luft japsend und Stoßgebete aussprechend, dass alles jetzt ja schön im Magen bleibt, saßen wir in der Bahn auf dem Weg in Richtung Dessert. Endlich angekommen an unserer Zieladresse, warteten der Gastgeber sowie das andere Gäste-Team schon ungeduldig. Wir gaben kleinlaut zu, uns zeitlich etwas „verschätzt“ (versoffen passt hier eigentlich besser) zu haben, wurden dann jedoch verständnisvoll freundlich mit asiatischen Bällchen aus Reismehl mit Sesammuß empfangen. „Lecker und ein gutes Füllmaterial für den strapazierten Magen“, merkte Felix an. Wie Recht er haben sollte, denn mich lachte der selbstgemachte Likör des Gastgeberteams Chinawok made in Germany an. Vier unterschiedliche Likörsorten – vier Verkostungen lautete mein Credo. Es wurde ein super unterhaltsamer Abend, einige der Gruppe (Tschüss Dominik) zogen noch in einen Club weiter um mit den anderen Teams die angegessenen Kilos von den Hüften zu tanzen , die anderen zogen es vor, in der wirklich sehr schnieken Wohnung den Abend bzw. Morgen weiter ausklingen zu lassen. 
 
4:00
 
Sich betrunken die VRN-Bike-App einzurichten, ist kein Spaß. Leider war es in meinem Fall notwendig, da keine Bahn mehr fuhr und die Strecke zum Laufen nach Hause zu weit war. Ein Glück hatte Felix sich die App Tage zuvor schon in weiser Voraussicht installiert, sodass ich mir nach knappen 30 Minuten Installationsspaß ein Rad schnappen konnte. Irgendwie schafften wir es in die traute Heimat der Neckarstadt. Um halb 5 fiel ich todmüde 8 ins Bett.
 
 
Der Abend war einfach nur super unterhaltsam, lustig und lecker! Insgeheim bin ich mir sicher: Die Longstreetboys sind auch das nächste Mal am Start.
Darauf erstmal leckere Ricottanudeln - bis dann!
 
Vincent den Ouden


NEWS(LETTER)

Dank unserem Newsletter bleibst du immer auf über alles rund um die MKW und das Studentenleben auf dem Laufenden. Keine Sorge, wir geben deine E-Mail-Adresse nicht an Dritte weiter und wir schicken Emails alle Paar Wochen höchstens!